36. März 2026

= 5. April 2026

Påskedag – Ostersonntag

Meines alten Fahrrades ledig gehe ich am Morgen in 62 Minuten durch die Stadt zu Fuß zur Kanebogen Kirche. Nach und nach kommt die Sonne hervor. An windärmeren Stellen wird es so warm, dass die Jacke zu viel ist. – Im Ostergottesdienst wird ein Kind getauft – wie schön! Eine ganz junge Familie; sehr erfrischend. Der Chor singt, alle freuen sich, und auch hier ist das tansanische Lied „Er ist erstanden“ („Han er oppstanden“) ein „Renner“, den wir uns für den Chor in diesem Jahr gekapert haben; mit ein wenig gezupftem Kontrabass ernten wir am Ende beim anschließenden Kirchenkaffee reichliches „kjempefint“-Lob.


Für den Nachmittag bin ich erstmalig von zwei Chorleuten zu einer gemeinsamen Osterwanderung eingeladen. Das gute Wetter hält an, und das Weitere „erzählen“ die Fotos, jedes Wort scheint mir hier überflüssig bis unangebracht.

Um fünf aber sollen wir uns zu dritt bei der 90jährigen Chor-Dame einfinden. (Als Chor waren wir kurz vor Weihnachten schon bei ihr.) – Das Stilvolle dieses Ereignisses verdient eine genauere Beschreibung.

Der eigentliche Wohnraum lädt zur Rundsicht auf die Hafenanlagen, auf einen Teil der Stadt und die Berge der gegenüberliegenden Insel Rolla ein. Es gibt vier Sitz“ecken“: den eigentlichen Esstisch, einen Platz mit einem kleinen Tisch und zwei Stühlen – quasi für den Aperitif – , ein gemütlicheres Duo vielleicht für den späteren Abend dicht am großen Fenster und natürlich einen Tisch mit bequemen Sesseln für den nach dem Essen obligatorischen Kaffee.

Möchte man nicht aus den Fenstern sehen, so sind es mehrere echte Bilder und Lithographien, die gern wahrgenommen werden möchten.

Alles ist vorbereitet, die verschiedenen Tische für die einzelnen Gänge gedeckt. Wir werden mit einer Vorspeise aus grünem Spargel, zartem Schinken und gerösteten Erdnüssen, mit feinem Elch-Gulasch und sehr gutem Rotwein und selbstverständlich mit Kaffee und Blaubeer-Baiser-Kuchen bewirtet, nein – verwöhnt. Und da in Norwegen nicht der Osterhase sondern das Osterküken die entscheidende Rolle spielt, gibt es natürlich auch die passenden Servierten dazu. Auf dem Kaffee-Tisch findet sich für die After-Eight-Schachtel der passende „Wagen“.


Wir reden über die Familien, über vergangene und gegenwärtige Kirchenmusik- und Chorzeiten, über Bräuche, liturgische Besonderheiten, über verschiedene Dialekte (einschließlich ihrer Verständlichkeit) und Wandertouren in der Umgebung Harstads. Am Ende darf ich mir ein Buch mit genauen Beschreibungen solcher Wanderungen (ähnlich dem Rother) ausborgen. Sehr charmant versichert mir die 90jährige: „Du kan låne den så lenge du lever.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen