6. September 2026

Ein selten schöner Sonnen-Nachmittag. Mittags beschloss ich, noch auf den Sæertertinden zu wandern, ein Berg, der mit 1095 Metern über dem Meeresspiegel zu den höheren Erhebungen in der Umgebung zählt.

Die vergangenen Tage haben das Erscheinungsbild deutlich in die herbstliche Richtung gebracht. Um die kleinen Birken herum liegt zur Hälfte das gelbliche Laub, das Heidekraut verfärbt sich, die Krähenbeeren sind zum großen Teil schon verschwunden, und die Blåbær stehen im Kontrast zu ihren rot werdenden Blättern.

Nur wenige Menschen sind unterwegs, auf dem Gipfel treffe ich drei. Der Wind ist sehr derb. Leider gibt es eine gewisse Bebauung durch eine Wetterstation, aber hat man diese im Rücken, so ergibt sich eine weite Aussicht in alle Himmelsrichtungen. Beeindruckend ist der Blick auf die gezackten Berge auf Senja, Grytøya, Vesterålen, Hinnøya und den Lofoten. Und dazwischen immer Wasser, das heute blau glitzert und blinkt.

Am späten Nachmittag muss ich den Rückweg nehmen, auch wenn ich dazu keine Lust verspüre. Es ist ein wenig wie vor Jahrzehnten, vielleicht im Oktober im Garten oder noch im Wald des Berliner Umlandes: eigentlich möchte man noch draußen bleiben. Aber es rufen einige Aufgaben. Auch wird es spürbar frischer. Ich lasse die oberen Steinfelder hinter mir. Die Erde atmet kühl und feucht und schwemmt diese Erinnerungen heran. Ein paar kleine Insekten irren noch umher, als wollten sie die letzte Wärme der vergehenden Sonnenstrahlen einsammeln. Ich pflücke einige Blaubeeren, sie könnten noch für etwas Marmelade reichen. Und auf dem letzten Kilometer finde ich – passend zum Abendbrot – verschiedene Birkenpilze und am Ende in meinem Pflanzkübel zwei Erdbeeren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen