Der Tag beginnt frostig-nebelig. In der Morgendämmerung sehe ich erst, in welch schöner Parkplatzumgebung ich am Abend angekommen bin: ein kleiner See, freundliche Spazierwege herum, ein weitläufiger Spielplatz mit riesigen Kletternetzen. Die Birken sind märchenhaft bereift.
Manchmal – nach tiefen Erlebnissen – wollte ich nicht nach Hause zurückkehren. Vielleicht, um nicht in ausgetretene Wege zurück zu geraten. Dieses Gefühl stellt sich ebenso jetzt ein. Auch scheint etwas nicht „fertig“ geworden zu sein. Gewiss, ich kehre nicht nach Hause zurück, denn Bremen-Lesum wird nochmals ein neuer Ort für mich sein.
Jemand aus dem Harstad-Chor fragte, ob ich die Familie dort habe. Oder ob ich jemanden dort kenne. – In Franken und in Harstad kannte ich auch niemanden, bevor ich dort hinzog. Immer wieder neu beginnen, so ist das Leben.
Der Vito zieht brav den Wohnwagen durch Oslos Straßen. Ich versuche, noch einen Besuch zu „erledigen“, ohne Erfolg – die Tür ist verschlossen. – Also geht’s zum Hafen, an dem heute ungefähr zwanzig „normale“ Autos und zwei Gespanne auf die Einfahrt in den Schiffsrumpf warten. Dazu vielleicht fünfzig Reisende als Fußvolk. Oh – dieses riesige Schiff für geschätzt hundertfünfzig Menschen.
Einige Minuten zu früh – vor 14 Uhr – legen wir ab, und Oslo bleibt im Nebel zurück. Das bis ins Mark spürbar Nebelhorn ist jede Minute zu vernehmen.
Hildegunn, sie spielte einige Male mit ihrem Kornett in den Gottesdiensten mit und half zu Weihnachten, Instrumente zur Ausleihe zu finden, schrieb: „Takk for dette kapittelet, velkommen igjen.“ – Auch in Norwegen sagt man (etwa): „Aldri sier vi aldri“ – man sollte niemals niemals sagen. – Sicher, das Kapitel ist abgeschlossen. Und doch möchte ich das Buch nicht zuschlagen, es ist mir ein wichtiges geworden.

