Die letzten Tage schenken mir noch eine Reise nach Tromsø. In knapp drei Stunden erreicht man die nördlichere Stadt mit dem „Hurtigbåt“. Ein inszenierter Musik-Gottesdienst mit den „Ferske scener“ zur norwegischen Reformation, im Juni schon einmal in Harstad gelaufen, wird dort wiederholt. Ich habe nur kleine Aufgaben an der Orgel. So ist es fast wie Urlaub.
Ich komme zu einer Zeit an, da mir noch Gelegenheit für einen Stadtbummel bleibt, auch für einen Blick zur Eismeer-Kathedrale, an der meine erste Orgellehrerin über viele Jahre tätig war.
Unser Programm aber wird in der Domkirche sein, eine ältere Holz-Kirche sehr nah am Hafen. Ich treffe auf eine feine Mühleisen-Orgel, an der das Üben eine Freude ist.
Am nächsten Abend verabschiedet man sich nach der Vorstellung. Teilweise schlicht und einfach mit einem kurzen Winken und „alt godt“. Fast sind wir schon über den Vorplatz in verschiedene Richtungen auseinander gegangen, da fragen zwei Hauptakteure: „Kommst du noch mit auf ein Bier?“ – Jetzt, am Ende meiner Norwegen-Zeit, trifft mich zum ersten Mal solche Frage. – Es wird lustig. Und der Sänger zeigt in die Runde. „Das ist meine Familie: mein Bruder, auch mein Bruder, meine Schwägerin, die andere Schwägerin, mein Schwager, die Schwester fehlt heute leider, noch eine Schwägerin …..“ Sie waren alle mit in diesem Gottesdienst. Bemerkenswert.
Nach zwei Stunden empfängt den Schlagzeuger und mich ein ausgelassener Straßenlärm. Auch in Tromsø wird Halloween gefeiert, und nicht zu knapp.
Über Nacht bringt mich die „Havila kystruten“ zurück nach Harstad.
